Die Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer fließt als einzige Steuer den Städten, Gemeinden und Kommunen zu und wird deshalb auch von ihr verwaltet. Die Gemeinden legen die Gewerbesteuer-Hebesätze selbst fest, vorgeschrieben ist lediglich ein Mindesthebesatz von 200%.

Bei der Gewerbesteuer handelt es sich somit nicht um eine Steuer, für die das Finanzamt, sondern die Gemeinde zuständig ist.

Weshalb wird die Gewerbesteuererklärung dann aber trotzdem beim Finanzamt eingereicht?
Die Gewerbesteuererklärung wird gesammelt mit den anderen Steuererklärungen beim Finanzamt eingereicht. Das Finanzamt beschäftigt sich  stellvertretend für die Gemeinde zunächst auch mit der Gewerbesteuererklärung (ähnlich wie das auch bei der Kirchensteuer gehandhabt wird).

Der  Gewerbesteuerbetrag wird vom Finanzamt, wie eine Serviceleistung,  für die Gemeinde mit deren individuellem Hebesatz ermittelt und an die jeweilige Stadt oder Gemeinde weitergeleitet.

Die Gemeinden, also das Stadtsteueramt oder der Gemeindekämmerer, schicken dann diesen Gewerbesteuerbescheid an den Steuerpflichtigen. Dieses Prozedere gilt in jedem Falle für Bayern und die meisten anderen Bundesländer. In einigen, wenigen Bundesländern kommt  der Gewerbesteuerescheid doch direkt vom Finanzamt, wenn dieses abweichend von dieser Regelung zuständig ist, so z.b. im Ruhrgebiet oder Hamburg.

 

Wer ist verpflichtet, Gewerbesteuer zu bezahlen?

Gewerbesteuer fällt für alle Unternehmen an, die nicht durch Freibeträge oder andere Gründe explizit davon befreit sind. Verpflichtet sind Einzelunternehmern und Personengesellschaften ab Überschreiten des Freibetrages von 24.500 Euro. Freiberufler wie  Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Architekten oder Journalisten gelten nicht als Gewerbetreibende, müssen somit keine Gewerbesteuererklärung einreichen.